26.08.1905  Vereinsgründung

 

Die Geburtsstunde der Turngemeinde Weigheim schlug am 26. August 1905. Allseitigem Wunsch entsprechend versammelte sich eine Anzahl junger Leute behufs Gründung eines Turnvereins im Gasthaus zum „Schützen“ vermerkt dazu das erste Protokoll. Franz Birk, bereits zuvor provisorisch gewählter Turnwart, eröffnete die Sitzung. Sein Appell, dem neuen Verein beizutreten, verhallte nicht ungehört: Sämtliche 35 Anwesenden trugen sich als Mitglieder ein. Sie wählten Josef Hungerbühler aus dem benachbarten Mühlhausen als ersten Vorsitzenden. Ihm zur Seite stand als Stellvertreter Lorenz Distel. Als Schriftführer zeichnete Julius Günter verantwortlich, und M. Sulzmann verwaltete die Kasse. Als erster Turnwart fungierte Anton Weißhaar, zweiter Turnwart war Johannes Schmid. Hierauf wurde beschlossen, dass der Verein den Namen „Turngemeinde Weigheim“ annehme. Die Turnabende wurden auf Mittwoch und Samstag festgelegt; sie wurden in einem von Johannes Kindler zur Verfügung gestellten Schopf abgehalten. In den Sommermonaten diente der Schafwasen beim Heubirnenbäumle als Turnplatz, auf dem im August 1906 von Zimmermann Burgbacher aus Trossingen für 146 Mark eine Schutzhütte für die Turngeräte errichtet wurde.

 

 

1907 bis 1909

 

Eineinhalb Jahre nach der Vereinsgründung, in der Generalversammlung am 15. Januar 1907, gab der erste Vorsitzende Josef Hungerbühler sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab. Die Mitglieder wählten Albert Weiler (zum Hirschen) zu seinem Nachfolger. Doch schon am 17. August 1907 kam „Unruhe“ auf. Die Mitglieder forderten eine außerordentliche Versammlung, um einen anderen Vorsitzenden zu wählen. Dies geschah bereits einen Tag später, am 17. August 1907. Von 34 Stimmberechtigten waren 26 erschienen, und alle sprachen sich für die Absetzung Weilers aus. Der zweite Vorsitzende Lorenz Distel übernahm daraufhin die Geschäfte bis zur nächsten Generalversammlung. Josef Hungerbühler, der sich eigentlich zurückziehen wollte, sprang schließlich wieder als Vorsitzender ein; er wurde am 31. Dezember 1908 gewählt und war in dieser Funktion bis Ende 1909 tätig. Am 31. Dezember 1909 übernahm Anton Weißhaar den Vorsitz, neuer „Vize“ wurde Franz Weißhaar.

 

 

 

1910 bis 1919

 

Nach fünfeinhalbjährigem Bestehen sollte für die Turngemeinde endlich ein lang ersehntes Ereignis näher rücken: die Fahnenweihe. Am 25. Juni 1911 war es so weit. Höhepunkt war der Festzug, der sich durch die bunt geschmückten Straßen des Dorfes schlängelte. Die Fahnenweihe geriet zu einem wahren Volksfest. Auch sportlich verbuchte die Turngemeinde in diesem Jahr, in dem sie 57 Mitglieder zählte. Im Jahr darauf, 1912, schien der turnerische Eifer etwas nachgelassen zu haben. Einen Führungswechsel brachte die Generalversammlung am 29. Dezember 1912: Franz Weißhaar übernahm den Vorsitz der Turngemeinde.

 

Jäh wurde die rührige Vereinsarbeit durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 unterbrochen, allerdings nicht gänzlich zum Erliegen gebracht. Der Turnbetrieb ging eingeschränkt weiter. Die Geschicke des Vereins leitete in dieser Zeit der stellvertretende Vorsitzende August Weißhaar; Vorsitzender Franz Weißhaar war eingezogen worden. Der Krieg forderte indes einen schrecklichen Tribut. Von insgesamt 29 einberufenen Vereinsmitgliedern mussten 14 ihr Leben lassen – darunter auch Vorsitzender Franz Weißhaar.

 

Am 27. Dezember 1918, wurde eine außerordentliche Generalversammlung einberufen, in der Otto Hauser zum Vorsitzenden und Ottmar Maier zu seinem Stellvertreter gewählt wurden. Im Jahr 1919 stellte die Gemeinde Weigheim dem Verein den zentral gelegenen Schülerturnplatz bei der neuen Schule zur Verfügung; das Turnen im Winter musste nach wie vor mangels geeigneten Räumlichkeiten in Scheuern von Vereinsmitgliedern stattfinden. Die kulturellen Veranstaltungen wurden wieder aufgenommen. Bereits 1919 veranstaltete die Turngemeinde wieder eine Weihnachtsfeier samt Theateraufführung und Turnvorführungen.

 

 

 

Fahnenweihe 1911
Fahnenweihe 1911

 

 

1920 bis 1929

 

Ab 1920 folgten auch wieder die Fastnachtsveranstaltungen, und die Herbstfeiern mit Hammellauf standen ebenfalls wieder auf dem Terminkalender des Vereins. Die Mitgliederzahl stieg am 1. Januar 1921 wurden 92 gezählt, darunter 27 Zöglinge. Die Finanzen des Jahres 1923 machen augenfällig das Ausmaß der Inflation deutlich. So wurde am 23. Juni 1923 beschlossen, den vierteljährlichen Obolus für Aktive auf 1000 Mark festzulegen. Bereits einen Monat später stieg der Beitrag auf 5000 Mark, um im Oktober schließlich seinen absoluten Höhepunkt zu erreichen: 20 Milliarden Mark. Erst nach Stabilisierung der deutschen Währung durch die Einführung der Rentenmark im November 1923 sank der Monatsbeitrag wieder auf Vorkriegsniveau – auf 21 Pfennige. Eine Änderung im Vorstand brachte die Versammlung am 21. Juli 1923. Otto Hauser erklärte, die Vorstandschaft nicht behalten zu können. Die Wahl eines Nachfolgers verlief allerdings ergebnislos. Erst in der Versammlung am 15. September 1923 fand sich in Johannes Weißhaar ein Nachfolger. Unter seine Ägide fiel das 20. Stiftungsfest des Vereins, das am 14. Juni 1925 festlich begangen wurde.

 

 

 

1930 bis 1941

 

Am 13./14. September 1930 wurde das Fest zum 25-jährigen Bestehen, verbunden mit dem Gau-Schülertreffen, begangen. „Das Jubeljahr war noch in weiterer Hinsicht für die Turngemeinde bedeutsam. Zum einen wurde sie 1930 in das Vereinsregister eingetragen, zum andern brachte sie den Kauf des neuen Platzes unter Dach und Fach. Der Verein erwarb von den Mitgliedern Leo Strobel und Alfons Käfer das Grundstück an der heutigen Trossinger Straße. Nach dem Kauf des Grundstücks machte der Verein 1931 Nägel mit Köpfen. Bereits in der Ausschuss-Sitzung am 22. Januar kam der Bau einer Turnhalle zur Sprache. In einer außerordentlichen Generalversammlung am 9. Mai 1931 warb Vorsitzender Ottmar Maier für das Bauvorhaben: Der Platz müsse bebaut werden, da er „sonst ein totes Objekt“ sei. Auch die Finanzierung war bereits ermöglicht. Maurermeister Dreher aus Trossingen, der als Bausachverständiger der Versammlung Rede und Antwort stand, bezifferte den Kostenvoranschlag auf 2500 Mark. Nur knapp drei Monate am 9. August 1931 konnte bereits die Einweihung gefeiert werden. Auch die Hallenabrechnung brachte keine böse Überraschung. Der Bau schlug letztlich mit2650 Mark zu Buche.

 

Am 20. Mai 1933 wurden in einer Generalversammlung Albin Sulzmann als Vorsitzender und Rudolf Bechtold als Vize gewählt. Vorsitzender Albin Sulzmann legte in einer außerordentlichen Generalversammlung am 17. August 1935 sein Amt nieder. Es fand sich kein Nachfolger, und die Sitzung wurde zunächst geschlossen. Doch um 23.15 Uhr wurde sie nochmals eröffnet. Otto Hauser II erklärte sich bereit, den Vorsitz bis Jahresende zu übernehmen. Er sollte den Verein noch bis 8. August 1936 führen, ab dann leitete Hausers Stellvertreter Josef Weißhaar die Geschicke der Turngemeinde. Sportlich erlebten die Weigheimer in diesen Jahren ein Hoch

 

 Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 brachte das Vereinsleben gänzlich zum Erliegen. Für 1940 liegt überhaupt kein Bericht vor, für 1941 nur deren zwei. In der Mitgliederversammlung am 28. November 1941 wurde zudem Konrad Hauser noch einmal einstimmig als Vorsitzender bestätigt. Es war die letzte Sitzung für neun Jahre.

 

 

 

Der Neubeginn

 

Die Aufzeichnungen im Protokollbuch beginnen nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem „Zwischenbericht bis zur Neuaufnahme der Vereinstätigkeit“. Eine „sehr schwere Zeit“ liege hinter der Turngemeinde, heißt es darin. 17 Mitglieder hatten im Krieg ihr Leben lassen müssen. Anfang des Jahres 1950 erhielt schließlich die Turngemeinde die Genehmigung, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Doch der Neuanfang gestaltete sich schwierig, der Verein stand vor dem Nichts. Die ersten, die wieder zusammenfanden, waren die Handballer. So war es denn auch Handball-Spartenleiter Josef Sulzmann, der die erste Generalversammlung nach dem Krieg am 25. Februar 1950 eröffnete. Die Mitglieder beschlossen, die Vereinstätigkeit wieder aufzunehmen und wählten Raimund Steiner zum Vorsitzenden. Den stellvertretenden Vorsitz übernahm Albin Sulzmann. Ferner sprach sich die Versammlung dafür aus, den bisherigen Namen „Turngemeinde Weigheim“ beizubehalten und verabschiedete eine neue Satzung.

 

 

 

1951 bis 1959

 

Ein großes Ereignis stand der Turngemeinde im Jahr 1955 bevor. Am 4./5. Juni beging sie ihr 50. Jubiläum, verbunden mit dem Kreiskindertreffen. Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Kindertreffens, zu dem rund 600 junge Turner nach Weigheim gekommen waren. Die Turngemeinde hatte sich mit dieser Veranstaltung für weitere große Aufgaben empfohlen. Tatsächlich anerkannte auch der Turngau die organisatorische Leistung und übertrug das Kreiskindertreffen1957 erneut den Weigheimer. Wieder waren rund 600 Jungen und Mädchen zu Gast.

 

Vielvorgenommen hatte sich der Verein fürs Jahr 1958. Erstmals sollten Weigheimer an einem Deutschen Turnfest teilnehmen, das vom 20. bis 28. Juli in München stattfand. Bereits in der Generalversammlung am 9. Februar war die Teilnahme Gegenstand der Diskussion, und das Thema sollte die Mitglieder noch in vielen weiteren Sitzungen beschäftigen. Zugunsten der München-Fahrer wurden sowohl eine Altmaterialsammlung als auch ein Heimatabend veranstaltet. Monatelang bereiteten sich die Turnerinnen Renate Sulzmann und Melitta Bechtold sowie die Turner Otto Hauser, Christoph Schrenk, Harald Fleig, Horst Dold, Gerhard Domrös, Günter Kohler und Artur Schieler mit großem Engagement auf das Ereignis vor. Die harte Trainingsarbeit sollte sich lohnen. In der Vereinsriege erzielten die Weigheimer „sehr gut“, und sechs Turner konnten sich über einen Eichenkranz freuen. Als die Turner am 29. Juli wieder in der Heimat eintrafen, wurden sie von der Musikkapelle und den Einwohnern begrüßt und gefeiert

 

 

 

Kindertreffen 1955
Kindertreffen 1955

 

1960 bis 1969

 

In den 60er-Jahren musste die Turngemeinde ein nachlassendes Interesse am Turnsport registrieren. Der Nachwuchs blieb aus. Tatsächlich ging die Vereinsarbeit unvermindert weiter. Die Turngemeinde entsandte wie gewohnt Abordnungen zu den Gauturnfesten, zu den Richard-Bürk-Gedächtniswettkämpfen in Schwenningen, und auch die Kindertreffen wurden regelmäßig mit einem beachtlichen Aufgebot besucht. Dabei brauchten sich die Weigheimer Turner keineswegs zu verstecken: Die Leistungen der Musterriege wurden mit „sehr gut“ bis „vorzüglich“ bewertet, die Einzelturner errangen öfter einen Siegerkranz. „Obwohl nur ein Landverein, aber immer hat die TG Weigheim gute Sportler im Einsatz“, kommentiert denn auch der Chronist das Abschneiden der Sportler. Aufwärts ging es mit der verjüngten Handballmannschaft. Hatte sie noch 1961 „leider nicht viele Siege erringen“ können, so konnte sich das Team bereits ein Jahrdarauf deutlich steigern und einen „guten Mittelplatz halten“.

 

Im Jahr 1961 gab es einen Wechsel in der Führung des Vereins. Konrad Hauser, der schon 1938 bis 1941 an der Spitze gestanden hatte, gab den Vorsitz nach sechs Jahren aus geschäftlichen Gründen ab. Zu seinem Nachfolger wurde Anton Weißhaar gewählt; Hauser blieb dem Verein als stellvertretender Vorsitzender erhalten. 1964 wurde die Mannschaft mit dem Fairnesspreis ausgezeichnet.

 

Mitte der 60er-Jahre kamen die Volksläufe in Mode. Am 5. Juni 1966 beteiligten sich erstmals drei TG-Mitglieder an einer solchen Massenveranstaltung in Donaueschingen. War der Erfolg anfangs noch eher bescheiden, so steigerte sich die Medaillenausbeute im Laufe der Jahre. So erzielten die Weigheimer etwa bei drei Läufen 1968 insgesamt 20 Medaillen, darunter sogar eine goldene. Bis 1970 beteiligte sich die TG an solchen Volksläufen. Immer größerer Beliebtheit erfreuten sich die Gauwanderungen, an denen die Weigheimer mit bis zu 70 Teilnehmern vertreten waren. Auch die Vereinsausflüge rückten verstärkt in den Vordergrund. Veranstaltungen wie Fastnachtsfeiern und Hammellauf bescherten der Turngemeinde nicht nur regen Zulauf, sondern waren auch finanziell „eine große Stütze“. Ende des Jahres 1967 war die Schulhauserweiterung fertig gestellt. Seither wurde den Vereinen der Gymnastikraum zur Benützung freigegeben, wodurch sich die Übungsmöglichkeiten erheblich verbesserten. Im Jahr 1968 wurde eine Tischtennisgruppe gegründet, die das Training in der Vereinsturnhalle aufnahm.

 

Einen erneuten Wechsel im Vorsitz gab es in der Generalversammlung des Jahres 1969. Altershalber kandidierte Anton Weißhaar nicht mehr. Albin Sulzmann übernahm das Amt zunächst kommissarisch für ein Jahr – er sollte es bis 1979 innehaben.

 

 

 

1970 bis 1979

 

Während die Handballmannschaft zusehends an Bedeutung verlor, profilierte sich in den 70er-Jahren die Tischtennisgruppe mehr und mehr als Leistungsträger. Der Aufstieg dieser Abteilung ist mit einem Namen verbunden. 1976 übernahm Otto Diebold die Leitung der Abteilung von Manfred Krachenfels, der diese Funktion seit 1973 innegehabt hatte.

 

Seit der Generalversammlung vom 6. Januar 1972 sind Männer und Frauen in der TG gleich gestellt – zumindest, was den Mitgliedsbeitrag betrifft. Damals wurde beschlossen, die Jahresentgelte anzugleichen, nachdem Frauen zuvor zwei Mark weniger hatten bezahlen müssen. Überhaupt legte der Verein ein großes Augenmerk auf die Nachwuchsarbeit. Da es indes immer schwieriger wurde, Leiterinnen und Leiter für das Kinderturnen zu finden, entschied sich der Vorstand, einen neuen Weg zu beschreiten. Sein Vorschlag, den Turnbetrieb durch eine anerkannte Fachkraft attraktiver und leistungsstärker zu machen, fand bei den Mitgliedern Gehör. Zum 1. Juni 1977 verpflichtete die TG den Turnlehrer Max Hauser aus Deißlingen, der gegen ein Monatshonorar von 180 Mark viermal wöchentlich den Nachwuchs an das Turnen heranführte. Die Jugend war begeistert, die Gruppe wuchs, und schon bei der Vereinsmeisterschaft Ende November 1977 zeigten die jungen Athleten viel beachtete Leistungen. Immer größere Bedeutung kam den vom Verein angebotenen Wanderungen zu. Teilweise wurden mehr als 70 Teilnehmer gezählt. Die Anregung des Vorsitzenden Albin Sulzmann, eine Wandergruppe ins Leben zu rufen, wurde gleichwohl nicht weiter verfolgt. Auch die anderen geselligen Veranstaltungen erfreuten sich großen Zuspruchs, allen voran der alljährliche Fastnachtsball und die Herbstfeier, bei der die Verlosung eines schlachtreifen Schweines den Hammellauf ersetzte. Seit 1975 veranstaltete der Verein zudem eine Nikolausfeier.

 

Im Jahr 1979 stellte Albin Sulzmann altershalber sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung. Zum Nachfolger Sulzmanns wurde Jürgen Fenker gewählt. Er führte den Verein in das Jahr seines 75-jährigen Bestehens. Um die Finanzierung dieses Jubiläums zu sichern, ergriff der neue Vorsitzende eine ungewöhnliche Maßnahme: Der Verein veranstaltete 1979 zweimal eine Antiquitätenausstellung in der Trossinger Fritz-Kiehn-Halle.

 

 

 

1980 bis 1989

 

Das Jubiläumsfest wurde zu einem glanzvollen Ereignis. Vom 20. bis 22. Juni 1980 wurde das 75-jährige Bestehen gefeiert. Doch kaum war das Jubelfest vorbei, musste die Turngemeinde einen Rückschlag verkraften. Vorsitzender Jürgen Fenker legte am 16. Juli sein Amt nieder. Sein Stellvertreter Konrad Hauser zeigte sich bereit, die Geschäfte bis zur nächsten regulären Generalversammlung zu führen. In der Mitgliederversammlung vom 16. Januar 1981wurde er nach 1938 und 1955 erneut zum Vorsitzenden gewählt. Erst 1988 legte er das Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. In Jürgen Häuseler, der seit 1983 stellvertretender Vorsitzender gewesen war, wurde ein Nachfolger gefunden. In Hausers dritte Ära fiel am 15. Januar 1982 die Verabschiedung einer neuen Satzung, die das Regelwerk aus dem Jahr 1950 ersetzte.

 

In den 80er-Jahren trat das wettkampfmäßige Turnen zugunsten des Breitensports in den Hintergrund. Zwar entsandte die Turngemeinde weiterhin regelmäßig stattliche Abordnungen zu Kinderwettkämpfen, die Teilnahme an Gauturnfesten wurde indes erst 1985 wieder aufgenommen, und seit 1987 war die TG auch wieder an Gaualterstreffen vertreten. Besonders rührig zeigte sich die Frauengymnastikgruppe, die auch beim Landesturnfest 1986 in Friedrichshafen „Riesenapplaus“ für ihre Vorführungen einheimste, und vom Deutschen Turnfest 1987 in Berlin ebenso „sehr erfolgreich“ zurückkehrte. Unermüdlicher Motor dieser Gruppe ist Turnwartin Renate Kaluza. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Gymnastikfrauen wurde 1985 das Herbstfest auf zwei Tage ausgedehnt. Herausragend waren die Ehrung treuer Turnerinnen.

 

Den Weigheimern bot die Turngemeinde mittlerweile ein breites Angebot sportlicher Betätigung. In sieben Sparten konnten sie sich Ende der 80er-Jahre körperlich ertüchtigen. Darüber hinaus hielt die Turngemeinde weiter an bewährten Veranstaltungen fest. Ausflug, Herbst- und Nikolausfeier fanden sich alljährlich ebenso im Terminkalender wie die Gauwanderungen und die traditionelle Fastnachtsveranstaltung, die bis Ende der 80er auch stets Garant für einen finanziellen Erfolg war. Erst 1988 ließ der gute Besuch deutlich nach, und der Verein verzichtete ab 1990 darauf, nachdem 1989 der Versuch einer gemeinsam mit dem Sportkegelclub veranstalteten Fastnachtsfeier auch nicht den erhofften Erfolg gebracht hatte. Dafür trat die Turngemeinde anderweitig in Erscheinung. Seit 1983 in Weigheim Dorffeste gefeiert werden, beteiligt sich der Verein daran. Bei der ersten Auflage am 3./4. September 1983 lockte die TG mit Geschicklichkeitsspiel, Tischtennis-Roboter und Spielstraße die Besucher. Außerdem nahmen die Turner an der damals ins Leben gerufenen Aktion „Saubere Landschaft“ teil, und auch zu Festen örtlicher und benachbarter Vereine wurden Abordnungen entsandt, so etwa zur 60-Jahr-Feier des Musikvereins 1984.

 

 

 

1990 bis 1999

 

Die 90er-Jahre bescherten der Turngemeinde ein stetiges Wachstum. Zählte der Verein 1980 noch 116 Mitglieder, so hatte sich deren Zahl im Jahre 1990 auf 210 nahezu verdoppelt. Und die TG wuchs weiter: 1992 waren es 246 Mitglieder, 1993 bereits 264, 1994 schon 297, und 1995 wurde die 300er-Marke übersprungen. Der Grund für diesen Aufschwung darf in dem umfassenden sportlichen Angebot gesehen werden, mit dem engagierte Übungsleiter aufwarten. Die Palette wurde in den 90er-Jahren noch erweitert: Neben Frauengymnastik, Tischtennis, Männer-, Eltern-Kind-, Jedermann- und Seniorenturnen finden sich nun noch eine Jazztanz- sowie eine Indiaca - Gruppe. Woche für Woche gehen in der Turngemeinde fast 200 Menschen ihrem Sport nach; vom Kleinkind bis hin zum weit über 70-Jährigen reicht das Altersspektrum. Mit besonderem Stolz freilich erfüllt die Verantwortlichen, dass rund 70 Kinder und Jugendliche im Verein einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nach gehen. Seit 1994 verfügt die TG über eine Jugendordnung, in der Jugendvollversammlung werden die den Nachwuchsbetreffenden Fragen geklärt.

 

Im Jahr 1995 beging die Turngemeinde ihr 90.Jubiläum mit einem dreitägigen rauschenden Fest. Das Jahr darauf brachte einen Wechsel im Vorsitz. In der Generalversammlung am 29. März 1996 gab Jürgen Häuseler, der die Geschicke des Vereins acht Jahre gelenkt hatte, sein Amt ab. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder Dietrich Gora. Ein bedeutsames Ereignis prägte das Jahr 1997. Die Tischtennisabteilung, feierte ihren 25. Geburtstag.

 

 

 

 

Vereinsheim bis 2007
Vereinsheim bis 2007

 

2000 bis 2007

 

Ein Höhepunkt vor allem auch für die Sport treibenden Vereine war die Einweihung der neuen Mehrzweckhalle im Oktober 2001. Das Raumproblem erheblich entschärft. wie nicht zuletzt die von der TG 2003 ausgetragenen Tischtennis-Stadtmeisterschaften augenfällig zeigten, und die Trainingsbedingungen haben sich wesentlich verbessert. Doch die Freude ist getrübt. Die Stadtverwaltung erwägt im Jubiläumsjahr, aufgrund der angespannten Haushaltslage von den Vereinen Hallennutzungsgebühren zu erheben. Für die TG bedeutete dies, rund 1383 Euro pro Jahr bezahlen zu müssen.

 

In neuem Glanz soll die Vereinsturnhalle an der Albstraße zum Jubiläum erstrahlen. Die Mitgliederversammlung am 26. März 2004 stimmte dem Vorhaben zu. Wegen der 100-jährigen Jubiläumsfeier wurde jedoch die Renovierung der Vereinshalle verschoben. Das 100-jährige Jubiläumswochenende am 15.07. bis 18.07.2005 wurde dank der vielen Helfern mit großem Erfolg durchgeführt. Am Festakt Freitag, 15.07. wurden zahlreiche Vereinsmitglieder geehrt. Am Samstagabend begeisterte der schwäbische Kabarettisten und Komiker Uli Keuler in der Festhalle über 300 Besucher. Sonntags zeigten die einzelnen Abteilungen der TG Sportvorführungen. Zum Abschluss am Montag war Kinder- und Seniorenprogramm. Höhepunkt war die Jubiläumstombola. Die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum hat bei einem Wettbewerb teilgenommen und den dritten Patz erreicht.

 

In der Generalversammlung am 31.03.2006 wurde beschlossen künftig eine Trennung zwischen passiven und aktiven Mitglieder vorzunehmen. Eine Beitragsordnung wurde erstellt. Im März 2006 erscheint die erste Vereinszeitung „TG Aktuell“. Erstauflage 300 Stück. Das Thema Hallensanierung wird im Februar 2006 wieder aufgenommen. Der Vorstand wird beauftragt sich zu erkundigen, ob es möglich ist, einen Teil des TG Grundstücks zu verkaufen. Durch den Verkaufserlös könnte man dann die Halle Renovieren. Am 04.04.2006 wurde ein Bauausschuss gegründet. In der Ausschusssitzung, am 06.03.2007 wurde beschlossen einen Teil von dem Grundstück, ca. 2300 m² zu verkaufen. Bereits in der Ausschusssitzung am 05.06.07 gibt der Vorstand bekannt, dass 2300m² verkauft wurden. Mit dem Verkaufserlös kann jetzt die Halle innen und außen renoviert werden.

 

Der Mitgliederstand am Jahresende 2007 beträgt 369. Davon sind 265 aktive und 104 passive.

 

 

 

 

Das neu renovierte Vereinsheim
Das neu renovierte Vereinsheim

2008 bis 2012

 

Am 12. Oktober 2008 ist es soweit. Aus der umgebauten, renovierten Turnhalle ist ein schmuckes Vereinsheim geworden. Die Eröffnungsfeier hat hier zusammen mit dem Herbstfest stattgefunden. Die Bauarbeiten wurden von den Mitgliedern unter Bauleiter Bernd Schuler in vielen Arbeitsstunden ausgeführt. Das Vereinsheim wird auch den Mitgliedern und Außenstehenden für eigene Feiern zur Verfügung gestellt. Betreut wird das Heim von Renate Hugger.

Durch den Rücktritt vom 1. Vorstand Dietrich Gora am 09.11.2008 führt Kommissarisch der 2. Vorstand Jürgen Häuseler die Geschäfte bis zur nächsten Mitgliederversammlung.

Im laufe des Jahres 2008 wird die Webseite www.TG-Weigheim.de ins Netz gestellt. Hier kann sich jeder Interessierte über die TG Weigheim ausführlich online informieren. Webmaster ist Norbert Hugger.

 

Am 27. März 2009 wird Jürgen Häuseler als 1. Vorstand für 1 Jahr gewählt. Ein Kandidat für den 2. Vorsitzenden wird nicht gefunden.

 

Mit der Mitgliederversammlung am 12. März 2010 ist der Vorstand wieder komplett. 1. Vorstand Jürgen Häuseler, 2. Vorstand Eckard Gieß, Kassiererin Renate Hugger, Schriftführerin Hannelore Löffler. Eine Ehrung der besonderen Art bekam Renate Kaluza für 50 Jahre Turnwartin ausgesprochen. Als Schülerinnenwartin ließ sie sich 1955 wählen, ab  1956 war sie  Kinderturnwartin, seit 1975 war sie als Frauenturnwartin aktiv.

 

Am 01.04.2012 fand in Weigheim das Frauenfühstück statt. Über 200 Frauen aus der Umgebung nahmen daran teil. Neben dieser Veranstaltung wurde das jährliche Herbstfest mit Handwerkervesper und den Fasnetveranstaltungen vom Verein gestemmt.

 

Vom 28.06.2013 bis 01.07.2013 fand in Weigheim die 1250 Jahrfeier statt. An dieser Jubiläumsfeier beteiligte sich die TG am Umzug und der Bewirtung in der Mehrzweckhalle.

 

Die derzeitige Angebotspalette der TG reicht vom Vorschulkinderturnen, Kinder- und Jugendturnen, Eltern–Kind–Turnen, der Frauen- und Seniorengymnastik, über das Jedermannsturnen, Nordic Walking, Stepp-Aerobic, Indiaca für Erwachsene, vom Tanzen bis zum Tischtennis.

 

Der Verein wurde aufgrund der Qualifikation von Inge Wollenweber mit dem Pluspunkt Gesundheit ausgezeichnet und kann somit eine Rückenschulung in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen anbieten.

Die Mitgliederzahl beträgt Ende 2013 329 Mitglieder. Davon Aktive 248, Passive 81.